Mit Freude darüber, dass dieses wichtige Thema in unserer Lokalzeitung Platz fand und beleuchtet wurde, habe ich das Interview mit Martin Andree gelesen. Ergänzend dazu habe ich einen Leserbrief geschrieben um auf ein paar weitere Aspekte aufmerksam zu machen, die, vermutlich aus Platzmangel zu kurz kamen.
Schon einmal hat ein Medienmonopolist eine Demokratie zerstört. Mit dem Antisemit Alfred Hugenberg ging die Weimarer Republik zu Bruch.
Im Interview kommt mir die Frage und Erklärung zu kurz, warum es so schwer ist die digitalen Dienste der Medienmonopolisten zu verlassen.
Kurz gesagt liegt es daran, dass die Plattformen so gebaut sind uns abhängig zu machen. Leichte Bedienbarkeit, aber auch der Lock in Effekt. Sprich ein Wechsel ist mit Verlusten verbunden. Man verliert Daten die nur unter dieser Plattform nutzbar sind weil man sie nicht mitnehmen kann und man verliert einen Teil seines Netzwerks.
Beispiel: wenn man Amazon kündigt sind auch die gekauften Filme, und eBooks weg. Wenn man WhatsApp oder Instagram löscht, sind die Kontakte, das Netzwerk weg. Dagegen hilft, gemeinsam zu wechseln und den Verlust von Daten als Befreiung zu empfinden. Ähnlich wie beim Frühjahrsputz und dem notwendigen Ausmisten. Manchmal fällt ein Wechsel schwer, weil es sich kompliziert anfühlt, weil die Bedienung von neuen, europäischen Diensten neu erlernt werden muss.
In Schwäbisch Hall gibt es die DI.Day Gruppe die berät und auch unterstützt beim Verlassen der Medienmonopolisten. Zu finden sind sie mit einem Infostand beim Repair Cafe im Haus der Bildung. Das nächste Mal am 26.09. von 14 bis 16 Uhr.
Di.Day steht für Digital Independence Day, auf Deutsch Digitaler Unabhängigkeitstag oder eben DUT.
Wer alleine wechseln möchte findet auf www.di.day gut erklärte Wechselrezepte.
Eine Seite weiter, fällt eine pinke Anzeige auf. Sie verweist darauf, dass unsere Demokratie viele Stimmen benötigt.

Mir scheint, die vierte Gewalt hat begriffen, dass es um ihr Überleben geht, wenn die Demokratie fällt. Gut so.
